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Interview mit Mary Austin

David Wigg befragt Mary Austin in Saturday's Daily Mail



Die Welt war geschockt als der extravagante Freddie Mercury, der 1991 an AIDS starb, den größten Teil seines Vermögens seiner Freundin hinterließ. Aber jahrelang lebten der Queen-Frontman und Mary Austin zusammen als Mann und Frau. Zum ersten Mal erzählt die Frau, die Freddie liebte, David Wigg, dass nicht nur Geld Freddies Vermächtnis war.

Als Freddie Mercury seiner Freundin Mary Austin zum ersten Mal sagte, er wolle ihr seine prachtvolle Villa hinterlassen, war ihre erste Reaktion voller Schock und Angst. Tatsächlich war  sie so erschrocken über die enorme Verantwortung, dass sie ihn drängte, das Haus mit der wunderschönen Einrichtung und Gemälden einem Museum anzuvertrauen.

Freddie erwägte diese Möglichkeit, entschied sich aber für Mary, seine Geliebte für 6 Jahre, bevor er sich für männliche Partner entschied, damit sie etwas permanentes in ihrem Leben hat. Er hat ihr nicht nur seine Villa hinterlassen, sondern noch den größten Teil seines Vermögens und das Einkommen aus den enormen Plattenverkäufen (Tantiemen).
In dem Jahr von seinem Tod, 1991, jonglierte Mary zwischen ihrem Sohn Richard (9), seinem Vater Piers Cameron und der Sorge um Freddie, als er unter dem letzten Stadium von AIDS litt. Zur gleichen Zeit bereitete sie sich auf die Geburt ihres zweiten Babys vor (Jamie,8).


Lange bevor er seinen engen Freunden von seiner Krankheit erzählte, vertraute er sein Geheimnis Mary an. Von diesem Moment an versuchte sie jeden Tag ihn zu ermutigen, als er allmählich mehr krank wurde. Als er langsam sein Augenlicht verlor und sein Körper so schwach wurde, dass er nur noch im Bett liegen konnte, hatte sich Freddie entschieden, dem Tod ins Auge zu sehen und die Einnahme seiner Medikamente zu verweigern.


Mary erzählte:
Es war Freddies Entscheidung, es zu beenden. Er wusste, dass es so kam, und er war näher dran als jemals zuvor. Dann sagte er plötzlich: "Ich habe mich entschieden zu gehen". Die Qualität seines Lebens hatte sich so dramatisch geändert, und er hatte jeden Tag mehr und mehr Schmerzen. Er verlor sein Augenlicht. Sein Körper wurde schwächer und er litt an kleinen Anfällen. Es war so schmerzlich, ihn zu beobachten, wie er immer schwächer wurde. Eines Tages entschied er, genug ist genug und stoppte die ganze medizinische Ergänzung, die ihm am Leben hielt. Er hörte einfach auf. Das Überwältigende für mich war, er war so unglaublich mutig. Er schaute dem Tod ins Gesicht und sagte : "Schön, ich akzeptiere es jetzt, ich will gehen." Aber es war friedlich und er starb mit einem Lächeln in seinem Gesicht.
Es war die einsamste und schwerste Zeit in meinem Leben nach Freddies Tod. Ich wusste, ich hatte Probleme, mich mit seinem Tod und allem, was er mir hinterlassen hat, abzufinden. Ich war mir selbst überlassen mit dem, was auf mich zukam.
Ich hatte immer Freddie, um mich an ihn zu wenden und er hatte mich, wenn es nötig war. Plötzlich war niemand mehr da, um mir zu helfen. Es wurde mir klar, es wird nicht mehr so wie es mal war. Genau so wie ich ein Freund für ihn war, wurde mir klar, wie sehr er auch ein Freund für mich war, nur die Tatsache zu wissen, er war da. Er war immer sehr schützend für mich. Ich merkte, nachdem er starb, wie sehr schützend er war. Wenn irgend etwas passierte, sagte er : "Oh Liebling, sei nicht traurig, wir werden es überstehen." Er war aufrichtig. Zu der Zeit, wo ihm bewusst war, er hat AIDS und hat nur noch eine bestimmte Zeit zum Leben, hatten wir noch einige Gespräche, wo er zu mir sagte: "Lass uns hinsetzen, wer weiß wie lange wir noch haben."

Freddies Team war wie eine Familie für mich, aber nach seinem Tod sind die meisten gegangen, weil er so großzügig zu ihnen war. Ich hatte schlaflose Nächte. Ich fühlte mich, als hätte ich etwas falsch gemacht und Paranoias setzten ein. Einer der Fans sagte sogar zu mir, ich seie nur der Halter des Hauses. Das tat weh. Ich weiß, einige von Freddies schwulen Freunden waren überrascht, das Freddie mir so viel hinterlassen hat. Diese Leute dachten, sie bekämen das Haus. Es waren Leute, die neidisch auf mich waren, weil Freddie mir so viel hinterlassen hat. Ich bekam aber erst acht Jahre nach seinem Tod den größten Teil seines Vermögens. Aber ohne das Geld wusste ich nicht, ob ich es mir leisten konnte, das Haus zu halten. Ich fiel unter Depressionen.
Ich verlor jemanden, von dem ich dachte, er wäre meine endlose Liebe. Als er starb fühlte ich mich, als wären wir verheiratet gewesen. Wir lebten unser Versprechen. Wir taten es in guten und ich schlechten Tagen, ich reichen und armen. In gesunden und kranken. Du konntest nicht loslassen von Freddie, außer er starb. Genau das war so schwer.

Mein Mann fühlte sich immer überschattet von Freddie. Er hatte sich so breit gemacht in meinem Leben. Er stellte mir die Welt des Balletts, Oper und Kunst vor. Ich lernte so viel von ihm, und er gab mir persönlich so viel. Es gab keinen Weg ihn zu verlassen, niemals.
Freddie hatte auch einen Job für mich. Ich war seine Sekretärin in seinem Musik und Verlagsgeschäft, das er von zu Hause aus leitete. Es dauerte fünf Jahre, bevor ich das erste Mal in seinem gelben Schlafzimmer schlief. Bis dahin war alles noch unberührt. Ich verbrachte so viel Zeit dort, als er krank war, und es gab so viele Erinnerungen in diesem Raum. Ich sah immer noch diesen zerbrechlichen Mann, der in seinem Bett lag, und ich erinnerte mich an all die kleinen Dinge, die ich für ihn machte. Ich kämmte sein Haar, weil er auf dem Rücken lag und sein Haar abstand. Durch diese Zeit fühlte ich so viel Liebe für ihn. Ich saß jeden Tag für sechs Stunden an seinem Bett, ob er aufwacht oder nicht. Plötzlich wachte er auf, lächelte und sagte: "Oh, du bist es, alte treue."


Ich war 19, als ich Freddie zum ersten Mal traf. Meine Eltern waren arm. Mein Vater arbeitete als Schneider für Tapeten-Spezialisten und meine Mutter war Haushaltsangestellte für eine kleine Firma. Beide waren taub und unterhielten sich durch Zeichensprache und Lippen lesen. Ich verließ die Schule mit 15 ohne O-Level. Mein erster Job war als Praktikantin bei Remingtons, ich verdiente 5 Pfund die Woche. Später wurde ich Werbekunde in Kengsington. Da traf ich Freddie und Roger, die einen Marktstand dort hatten. Brian stellte uns vor, bei einer Diskussion über die Gruppe. Sie suchten einen Namen für sich. Freddie wollte die Band "Queen" nennen während Brian "Built Your Own Boat" bevorzugte. Ich erinnere mich an Freddies schwarzes Haar, welches ihn aussehen ließ wie einen Kavalier. Er war sehr stolz auf seine neuen weißen Schuhe. Plötzlich drehte er sich herum und fragte mich nach meiner Meinung über die Namen. "Oh, ich glaube Brians 'Built Your Own Boat'." Aber Freddie ging seinen Weg, wie er es mit den meisten Dingen tat. Sie legten sich für Queen fest.

Obwohl Freddie irgendwie schüchtern war, ich war fasziniert von diesem Wild-Aussehenden Musiker. Er war wie kein anderer den ich vorher getroffen habe. Er war sehr zuversichtlich mit sich selbst und ich war das niemals mit mir. Wie wuchsen zusammen. Ich mochte ihn und von da an fing es an.
Ich brauchte drei Jahre um mich in ihn zu verlieben. Ich fühlte aber niemals vorher diese Art von Liebe. Wir teilten uns vorerst eine kleine Wohnung in der Victoria Road in Kengsington. Wir hatten so wenig Geld, wir konnten uns nur einen Vorhang leisten und den hängten wir ins Schlafzimmer. Wir mussten uns das Badezimmer und die Küche mit anderen Leuten teilen. Nach zwei Jahren konnten wir uns eine größere Wohnung leisten in der Holland Road. Sie kostete 19 Pfund die Woche. Die Gruppe hatte ihren Plattenvertrag und ihren ersten Riesenhit "Bohemian Rhapsody", und die ganzen Photographien des ersten Albums wurden dort gemacht.


Zum ersten Mal entdeckte ich seine Star Qualitäten im Schaukasten des Ealing Colleges, Freddies alter Kunst-Schule. Später, wenn er von der Bühne kam, versammelten sich all diese Mädchen und seine Freunde um ihn, so dass ich dachte, er braucht mich jetzt nicht. Ich ging dann fort und er rannte hinter mir her. Er fragte wo ich hingehe und ich sagte, ich gehe nach Hause. Die Dinge hatten sich plötzlich gedreht für ihn und die Band. Freddie war so gut auf der Bühne, sowas hatte ich niemals zuvor gesehen, als würde er es in sich ansammeln. Zum ersten Mal dachte ich, hier wird ein Star gemacht. Er ist auf seinem Weg. Ich dachte nicht, er würde mich nicht mehr brauchen. Ich fühlte mich nicht traurig oder besorgt. Ich war glücklich, dass es endlich passierte, denn er hatte Talent. Er wollte mich nicht gehen lassen. In dieser Nacht realisierte ich, dass ich ein Teil davon war. Als alles abhob, beobachtete ich ihn, wie er aufblühte. Es war wundervoll zu beobachten. Es war aufregend zu sehen, dass etwas geschieht und ich war stolz, dass er mich dabei haben wollte.
Ich fühlte mich sicher bei ihm. Je mehr ich ihn kannte, desto mehr liebte ich ihn. Er war eine Person, die, wie ich denke, sehr selten in dieser Zeit ist. Eine Sache, die immer konstant war, war die Liebe. Wir wußssten, wir konnten uns aufeinander verlassen. Wir wussten, wir wollten uns niemals mit Absicht verletzen. Einmal Weihnachten kaufte er mir einen Ring in einer großen Schachtel. Wir wollten seine Eltern besuchen. Ich öffnete die Schachtel und darin war noch eine Schachtel. Das ging so weiter bis zu einer winzigen Schachtel. Als ich sie öffnete, war da ein wunderschöner ägyptischer Ring. Er sollte Glück bringen. Freddie war sehr süß und ziemlich schüchtern, um ihn mir zu geben.

Es war nachdem wir in die Holland Road zogen, und ich merkte, etwas war nicht in Ordnung in unserer sechsjährigen Beziehung. Ich wollte es nicht zugeben, aber irgendwas stimmte nicht. Irgendwann entschied ich, es ihm zu sagen. Ich sagte ihm, dass ich irgendetwas fühle und es scheint, es ist wie eine Schlinge um deinen Hals. Ich glaube es ist Zeit für mich zu gehen. Aber er bestand darauf, dass alles in Ordnung war. Sein Leben würde nur hochschießen mit all dem Erfolg.
Die Dinge waren danach nicht mehr die gleichen. Unsere Freundschaft kühlte ab. Ich fühlte, er vermied jede Konfrontation mit mir. Wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, war er nicht da. Er kam immer später nach Hause. Wir waren nicht mehr so nahe bei einander wie wir es mal waren.
Als Freddie international erfolgreich wurde, dachte ich, ich würde ihn an eine andere Frau verlieren, nicht an einen Mann. Das alles änderte sich als Freddie mir sagte, er habe mir etwas wichtiges zu sagen. Etwas, was unsere Freundschaft für immer ändern würde. Er sagte: "Ich glaube, ich bin bisexuell." Ich sagte ihm: "Ich glaube, du bist schwul." Mehr sagten wir nicht. Wir umarmten uns nur. Ich dachte, er ist sehr mutig. Ich war ein wenig naiv, und es dauerte eine Weile, bis ich die Wahrheit realisierte. Hinterher fühlte er sich gut als er es mir erzählte. Er sagte, er hatte die Wahl. Die Wahl war, es mir nicht zu sagen, aber er dachte, ich hätte ein Recht auf mein eigenes Leben. Und ich dachte: "Ja, genau wie du ein Recht auf dein eigenes Leben hast."
Ich entschied mich auszuziehen, aber Freddie wollte nicht, dass ich weit weg von ihm wohne. Wir fanden eine Wohnung direkt in seiner Nähe. Es war perfekt für eine Person wie mich. Seine Plattenfirma kaufte sie mir für 30.000 Pfund. Ich konnte Freddies Wohnung von meinem Badezimmer aus sehen. Ich dachte, ich würde niemals von ihm entkommen. Aber es war egal, ich war glücklich dort. Es war klein, aber ich war glücklich in kleinen
Wohnungen. Meine Familie war ja arm. Wir waren fünf Kinder und meine Eltern hatten eine schreckliche Zeit, aber sie haben es geschafft. Das Leben war immer anstrengend für sie.

Heute ist mein Leben weit weg von Anstrengung. Ich teile mein Haus mit Nick, einem Londoner Geschäftsmann, den ich vor zwei Jahren heiratete. Ich erzählte es niemanden. Wir heirateten auf Long Island nur mit meinen zwei Söhnen, Richard und Jamie. Ich glaube, Nick war sehr mutig, sich meiner anzunehmen. Ich kam mit einer Menge Gepäck, ein riesiges Kapitel in meinem Leben. Zum einen wegen der vergangenen und gebrochenen Affären. Ich war mir nicht völlig sicher zu heiraten. Bis jemand sagte, du wirst es nicht wissen, wenn du es nicht versuchst. Aber wie das Leben sich entfaltet, ich kann nun glücklich sein mit ihm. Ich kann würdigen, was ich hatte und was ich jetzt habe. Als ich Nick traf, kam alles ein wenig schneller. Ich wollte etwas stabiles für mich und die Kinder. Ich fühlte, dieser Mann könnte uns das geben. Ich verlor meine Familie als Freddie starb. Die Jungs, die in seinem Haus arbeiteten, waren meine Familie, aber sie sind alle gegangen. Freddie war alles für mich, außer meinen Söhnen. Freddie war sehr aufgeregt über die Ankunft meines ersten Sohnes, und er besuchte mich jeden Tag im Krankenhaus. Er brachte dem kleinen die ersten Wörter bei, "Traktor" und "Gitarre".
Nun erlaubt mir Freddies Großzügigkeit, meine beiden Söhne privat zu erziehen. Manchmal denke ich, es war sicher ein Teil von Freddie, der ein Familienleben haben wollte. Ein glückliches Zuhause und Kinder. Ich weiß nicht, wie viel er von einem Heterosexuellen haben wollte. Ich dachte immer, ich hätte ihn verloren, weil er schwul war. Aber als er noch heterosexuell war, dachte ich, ich hätte ihn eventuell an eine andere Frau verloren, als er berühmt wurde. Frauen folgten ihm, obwohl sie vermuteten dass er schwul war.


Eine von Freddies Spezialitäten war, Parties zu geben. Je frevelhafter, desto besser. Er flog seine Freunde nach München für einen spektakulären Schwarz-Weiß-Transverstiten-Ball, nach Ibiza für eine farbenvolle Open-Air Party für über 1.000 Gäste, und eine Hut-Party in seinem Haus in Kengsington. Zu dieser Zeit, obwohl er sein Heim mit seinem Partner, Jim Hutton, teilte, war ich immer eingeladen. Freddie lebte mit der Erkenntnis, dass er HIV-positiv seit sieben Jahren war. Er war 45, als er starb, an einer von AIDS verursachten Lungenentzündung. Ich erbte 50% seines Vermögens, ca. 10 Mio. Pfund und alles, was noch kommt. Seine Eltern und seine Schwester bekamen 25%. Jim Hutton bekam 500.000 Pfund und ein Stück Land in seinem Heimatort in Irland, wo er ein Haus baute. Peter Freestone, sein persönlicher Assistent und Joe Fanelli, sein Koch, erbten auch jeweils 500.000 Pfund. Terry Giddings, sein Fahrer und Bodyguard bekam 100.000 Pfund. Zusätzlich bin ich Treuhand der AIDS-Stiftung mit Freddies Namen. Der Phönix-Thrust ist in Montreux in der Schweiz, wo Queen ihr eigenes Aufnahmestudio besitzen.


Nur ich weiß, wo Freddies Asche begraben ist. Er gab mir die Verantwortung und ich musste ihm versprechen dass ich niemals verraten würde, wo sie versteckt ist. Ich war sehr unvorsichtig damit. Ich ließ sie eine Zeit lang in einer Kapelle. Ich wusste, ich hatte die Verantwortung, aber ich konnte mich nicht dazu bringen, mich endgültig von ihm zu trennen. Ich tat es ganz alleine, so wie er mich fragte und halte es geheim. Das war etwas, was seine Familie sicher nicht ermutigte, mich zu mögen. Ich fand das alles sehr seltsam. Sie war in einem Plastik-Beutel in der Urne. Hinterher tat ich alles zusammen und verschloss es. Dann dachte ich plötzlich: "Du hast mir ein wenig zuviel hinterlassen, Freddie."

 

 

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