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Vorwort - Brian May

Freddie Mercury ist am besten als charismatischer Sänger der Rockgruppe Queen bekannt. Zusammen mit Roger, John und mir hat er über 20 Jahre lang einen Großteil seiner kreativen Energie diesem alles verzehrenden musikalischen Projekt gewidmet.


In bestimmten Zeiten seines Lebens jedoch fand er die Zeit, auch Soloprojekten nachzugehen. Diese Sonderausgabe ist die vollständigste Kollektion von Freddie Mercurys musikalischen Werken ohne Queen, die je erstellt wurde.



Die Aufnahmen auf dieser Riesenkompilation (10 CDs und 2 DVDs) wurden von Greg Brooks zusammengestellt, der in den letzten Jahren sowohl Bänder von Queen als auch Freddies Solomaterial sorgfältig archiviert hat. Dabei hat er die originalgetreuesten Queen und, wenn erforderlich, Remixes von Freddies Originalbändern der Queen-Techniker David Richards, Justin Shirley-Smith und Josh Macrae verwendet. Auch einige bislang unbenutzte Mixes von den Original-Sessions wurden in die Sammlung aufgenommen.


Die drei Zentralstücke sind das neu gemasterte 'Mr. Bad Guy', Freddies einziges echtes Soloalbum, das bereits seit vielen Jahren vergriffen ist; das ebenfalls neu gemasterte 'Barcelona'-Album, das Freddie für sein monumentales Duett mit der Diva Montserrat Caballé konzipiert hat; und das Album 'The Great Pretender', die höchst erfolgreiche spätere Remix-Kollektion mit Freddies zugänglichstem Solomaterial. Ebenfalls beigefügt sind die diversen Projekte, die Freddie mit anderen Künstlern ausführte, wenn er die Zeit fand. Außerdem gibt es drei CDs mit Songs und Songversionen von all diesen Sessions, die damals nicht veröffentlicht wurden, und eine CD mit Gesprächen, die Freddie mit dem Journalisten David Wigg geführt hat (der einzige Journalist, dem Freddie bereitwillig Interviews gab). Die beiden DVDs schließlich enthalten Freddies Solovideos, die zur Begleitung seiner Single-Veröffentlichungen gedreht wurden (mit speziell neu gemixtem Surround-Sound), und einen Dokumentarfilm des DoRo-Teams in Wien, das so viele Jahre mit uns zusammengearbeitet hat.





Was die übrigen Queen-Mitglieder betrifft, so haben wir im Großen und Ganzen Abstand von diesem Projekt gehalten, denn schließlich hat Freddie bei den meisten dieser Werke ja versucht, sich von Queen zu befreien - obwohl keinem von uns dies natürlich jemals ganz gelingen wird! Wenn ich jedoch die damals nicht benutzten Abschnitte auf diesen CDs höre, sehe ich diesen Mann mit neuen Augen - jemand, dessen ungewöhnliche Kreativität uns als Teil der kreativen Kraft, die wir für Queen entwickelten, so vertraut war. In diesem Zusammenhang treten seine Fähigkeit, sich in völlig obskure Richtungen vorzuwagen, sein ungeheures Vermögen, mühelos zwischen verwandten Tonarten hin- und herzugleiten, sein Flair für Melodien und vor allem seine leidenschaftliche Vortragsweise mit neuer Klarheit hervor. Die informellen Einblicke in seine laufenden Arbeiten, die wir hier vor uns haben, erinnern uns daran, dass er kein gewöhnlicher Sänger war. Selbst Koryphäen wie Elvis oder Sinatra interpretierten meist Songs, die von professionellen Liedermachern geschrieben worden waren; ein erfolgreicher Sänger konnte sich das Beste aussuchen. Freddie sang nur selten Songs andere Leute (außer unseren!). Seine Freude und Spontanität beim Singen beruhte darauf, dass er sich an allem - und aus seinem Herzen heraus - inspirierte. Es lässt sich nur schwer ein Gegenstück zu diesem Mann finden, der das Komponieren von Songs mit so einzigartiger Vortragsweise vereint.

OK, Freddie, es brauchte zwar nicht mehr bewiesen zu werden - du warst der Größte - aber hier stellst du es noch einmal von Neuem unter Beweis... 

Brian May, Juli 2000                                 

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