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Queen Story



London im Jahr 1968.
Die britische Metropole ist das Zentrum für die Rock- und Pop-Musik. Welcher Trend auch immer entsteht, London ist sein Ausgangspunkt. Musiker aller Herren Länder lassen sich hier nieder. Die Szene zeigt sich vielfältiger als je zuvor. Neben den Beatles haben sich die Rolling Stones als Gegenpol fest etabliert. Höchst komplizierte Klangstrukturen hört man von Pink Floyd, Genesis oder Yes, die sich gerade formieren und erste Hits schreiben. Über all dem thront der Gitarrengott Jimmy Hendrix, der sein Instrument wie kein anderer vor ihm spielt.
Ein Student der Physik, der auch eine große Vorliebe für Gitarren hat, ist von Hendrix sehr beeindruckt. Sein Name : Brian Harold May

Er findet einen gewissen Tim Staffel, der den Bass bedienen und dazu noch sehr gut singen kann. Per Annonce

wird ein Drummer gesucht. Es meldet sich ein Roger Meddows Taylor, der bevorzugt wird,

weil er alles konnte und dazu noch eine eigene Ausrüstung hat. Die Jungs nennen ihr Trio "Smile".

Also machen sich Smile auf den schweren Weg, einen Plattenvertrag zu bekommen. Aber sie sind

nicht allein, die Konkurrenz ist sehr groß. Der Weg dieser Bands ist immer der gleiche: Clubs,

Schulfeste und alle anderen Möglichkeiten, die sich ergeben, mit der Hoffnung, dass irgendwann

zufällig mal ein Manager auf Talentsuche im Publikum anwesend ist.

Tim Staffel bringt bei den Proben immer einen Freund und Schulkollegen namens Freddie Bulsara mit. Der hat immer gute Ideen für Outfit und Bühnengestik und kann bei den Auftritten beim Schleppen der Ausrüstung helfen.

Eines Abends spielen Smile also im "Speak Easy" in London, wo Manager und Produzent Lou Reizner im Publikum sitzt. Die Band gefällt ihm und sie bekommen tatsächlich ihren ersten Plattenvertrag. Die LP "Earth" kommt auf den Markt, doch leider versäumt Reizner, der LP die notwendige Promotion zu geben und die Platte verschwindet in der Versenkung. Die Gruppe nimmt noch eine zweite LP auf, doch auch die findet kein Interesse bei den Käufern.
Nach all den Misserfolgen verabschiedet sich Tim Staffel und wechselt zu einer Band namens "Humpy Bong", doch auch die geht in Rekordgeschwindigkeit ein.

Nun sind die beiden anderen von Smile mit ihrem Freund und Helfer allein, und die drei beschließen, eine neue Band zu gründen. Nach langen Diskussionen entschließen sie sich für den Namen "Queen", der auch eine Bedeutung in der Schwulenszene hat.


Ohne es zu wissen, treffen sie die Entscheidung ihres Lebens.

Nun machen sich die drei Queen-Member auf die Suche nach einem Bassisten. Dies erweist sich als gar nicht so einfach, denn alle, die sie sich bisher angehört hatten, entsprachen nicht ihren Vorstellungen. Aber auch ohne einen Bassisten üben sie ihre bisherigen Songs und schreiben fleißig an neuen.
Mittlerweile (Anfang 1971) haben sie ihre Songs schon ziemlich perfektioniert, aber es ist noch immer kein Bassist in Sicht. Immer mehr merken sie, wie gut Freddies Talent am Piano zu Brians Gitarrenspiel passt. Sie haben so einen ganz neuen Sound erarbeitet. Doch langsam wird es langweilig, immer nur zu proben. Sie wollen endlich mal einen Live-Gig spielen, um zu testen, wie, und überhaupt sie beim Publikum ankommen.

Im April 1971 sind sie auf einer Studentenfete eingeladen, wo eine Freundin von Brians Freundin ihnen ihren Freund und "arbeitslosen" Musiker namens John Richard Deacon vorstellt. Sie laden ihn zum Vorspielen ein und sind sich alle einig, dass John zu ihnen passt. Jetzt muss John nur noch zusagen, was er auch tut. Er macht sich an die Arbeit, das ganze Queen-Material zu studieren und zu proben.

Freddie ändert seinen Nachnamen von Bulsara in Mercury um und von nun an ist alles perfekt. Die inoffizielle Gründung der Rockband "Queen" ist also am 20.April 1971 mit den Musikern:

Freddie Mercury - Lead Vocals, Piano 

Brian May - Lead Guitar, Vocals 

Roger Taylor - Drums, Vocals 

John Deacon - Bass Guitar

Ab jetzt beginnt alles von vorne, Gigs auf Schulfeten usw. , die große Suche nach einem Plattenvertrag. Ein Freund aus Studienzeiten hat ein neues Tonstudio gegründet mit einer neuen 8-Spur-Aufnahmetechnik, wo sie ihr ganzes Material neu mischen und sogar aufnehmen dürfen. Da ist nur ein Haken, sie dürfen nur dann spielen, wenn gerade mal freie Studiozeit vorhanden ist. Dies bedeutet, dass sie den ganzen Tag im Studio warten müssen, bis sich in irgendeinem Studio mal etwas Zeit zum Aufnehmen ergibt. Das ganze Equipment muss von einem ins andere Studio gebracht werden und wieder zurück. Doch am Ende bekommen sie trotz all dieser Umstände ein ganz beachtliches Demoband zusammen, welches sie dann an jede Plattenfirma schicken. Aber alle lehnen es mit viel Bedauern ab. Eine Plattenfirma zeigt aber Interesse, mit dem Vorbehalt,  erst einmal einen Live-Gig sehen zu wollen, um zu festzustellen, ob die Band auch wirklich hält, was sie verspricht. Am 24.März geben sie diesen Gig auf einer Tanzveranstaltung im Londoner Forest Hill Krankenhaus, und sie sind gut. Barry Sheffield von Trident ist beeindruckt und bietet ihnen einen Vertrag mit Trident Audio Productions an.
Im Mai 1972 steht nun die Unterzeichnung dieses Vertrags an, aber Queen bestehen auf drei Verträge: Veröffentlichungen, Aufnahmen und Management. Über all dies solle getrennt verhandelt werden, oder sie wären nicht interessiert. Dies ist sehr hoch gepokert und für eine Band mit diesem Status mehr als arrogant, aber Trident akzeptiert und der Vertrag kommt zustande.

Jetzt haben sie aber noch keinen Vertrag, um die Aufnahmen im Studio zu beginnen. Also beginnen Verhandlungen mit EMI-Records. Trident will Queen im Dreier-Paket verkaufen, also noch zwei weitere Bands, an denen EMI aber nicht interessiert ist. Dadurch droht die ganze Sache wieder zu platzen. Aber EMI erkennt das große Talent von Queen und kauft die zwei anderen Bands einfach mit. Mittlerweile ist es schon März 1973 geworden. Nun bittet man Queen in die EMI Records Ltd. Büros, um endlich ihren ersten richtigen Plattenvertrag zu unterzeichnen. Dies geschieht alles ohne großes Tamtam und Queen haben ihren Vertrag mit den eigenen Rechten für ganz Europa in der Tasche.
Sofort wird ein Studio gebucht und die Arbeiten zu ihrem ersten Album beginnen...




Das erste Queen-Album ist nun fertig und der erste Streit beginnt. Wie sollte man es nennen? Am Ende entscheiden sie sich einfach für "Queen". Aber anscheinend will dieses Album niemand kaufen, es kommt nicht einmal in die Charts. EMI entscheidet sich, einige Gigs zu arrangieren, um Queen der Öffentlichkeit vorzustellen. Aber auch das hebt die Verkaufszahlen nicht an. Es werden auch etwas seltsame Verkaufsstrategien entwickelt. Gegenüber eines EMI Büros mitten in London befindet sich ein Biergarten. Dorthin werden sämtliche DJs von sämtlichen Radiostationen eingeladen, und im Büro werden die Fenster weit geöffnet und die Queen-LP mit voller Lautstärke gespielt, in der Hoffnung, so auf sie aufmerksam zu machen. Doch auch das funktioniert nicht.

Nach vielen kleinen Gigs machen sich Queen an die Arbeit, das zweite Album aufzunehmen. Jetzt merkt man, sie haben viel gelernt, und sie beginnen einen eigenen, hervorragenden Sound zu entwickeln.




Dank eines Auftritts im Marquee Club bekommen sie ein Angebot vom Management der Gruppe "Mott The Hoople". Sie sollen "Mott" als Vorgruppe bei deren England-Tournee begleiten. Hier spielen sie nun in großen Hallen auf einer großen Bühne. Hierbei stellt sich heraus, das Freddie das Publikum irgendwie in seinen Bann ziehen kann, und dieses ist total aus dem Häuschen, als Queen ihre Auftritte beenden.

Im Frühjahr 1974 kommt die zweite LP "Queen 2" auf den Markt. Die Single "Seven Seas Of Rhye" wird veröffentlicht und kommt auf Platz 10 der englischen Charts. Die LP schafft sogar Platz 5 und bleibt 29 Wochen in den Top 100. Nun steigen auch die Verkaufszahlen der ersten LP.

EMI will nun einen Ausland-Test machen. Also fliegen Queen nach Australien. Wenn sie dort floppten, wäre der Schaden nicht so groß, denn Australien ist ja sehr weit weg. Aber es wird ganz und gar kein Flop. Mott The Hoople wollen sie wieder arrangieren, diesmal für ihre USA-Tour und anschließend wieder in England. Auch diesmal ist es ein großer Erfolg. Zuhause in England haben sie sogar schon einige Fans, die sich in der "Mott"-Gemeinschaft lautstark bemerkbar machen. Das Publikum ist außer Rand und Band, und nach dem Auftritt werden die Hallen fast leer. Die Leute wollen nur noch diese Gruppe "Queen" sehen, mit diesem merkwürdigen Sänger "Freddie Mercury", der die Leute mit engen Samtklamotten und lackierten Fingernägeln total irritiert.

Am 11.Oktober erscheint die Single "Killer Queen" aus dem nächstem Album "Sheer Heart Attack"  auf dem Markt. Sie erreicht Platz 2 in den Charts und es scheint, als würde sich Queen zu einer Topband entwickeln.
Mit diesem Erfolg gehen sie zum ersten Mal als Headliner auf England-Tournee. Das bekannte "Rainbow Theatre" ist sogar zwei mal ausverkauft und sie verblüffen das Publikum mit einer außergewöhnlichen Show. Jede Menge Ballons und diverse Gummipuppen fallen von der Decke und Lametta wird ins Publikum geworfen. Brian tritt in Designer-Klamotten von Zahra Rhodes auf und Freddie wechselt bald nach jedem Track die Kleidung, bis er bei den Zugaben nur noch mit kurzer, hautenger Hose auf der Bühne steht. Sie spielen außer ihren eigenen Songs auch ein Rock´n´Roll-Medley aus Elvis Songs und überhaupt  gab es viel Trockeneisnebel mit sehr vielen Rauchbomben und buntes Licht, was bis dahin gar nicht üblich war. Freddie war einfach der Meinung, dass man dem Publikum auch etwas zu sehen geben müsse, im Gegensatz zu allen anderen, die nur ihre Musik runterspielen.
Das ganze erweist sich als sehr teuer, aber es ist auf jeden Fall beeindruckend. Alle sind begeistert, außer der Presse, die sich sehr abfällig über Queen äußert. Sie schreiben, Queen seien vier verrückte Schwule, die nur eine beschissene Studiomusik herstellen können. Aber davon lassen sich Queen nicht beeindrucken, und schon gar nicht Freddie.



Das Jahr 1975 sollte das erste wirkliche Queen Erfolgsjahr werden. Allerdings nicht ohne Probleme. Im Februar starten sie eine USA-Tournee als Headliner, aber diese muss abgebrochen werden, weil Freddie Probleme mit seiner Stimme bekommt.
Im Februar werden sie vom "Melody Maker" als beste Band des Jahres 1974 gewählt.
 

 










Doch ihr bevorstehender Trip nach Japan bringt ihnen noch weitaus größere Lobeshymnen ein. Bevor sie dort überhaupt ein Live-Konzert gegeben haben, sind sich die japanischen Zeitungen einig, dass Queen zu den besten drei Bands der Welt gehören. Queens erster Auftritt in Japan findet in der riesigen "Budokan"-Halle statt. Die ganze Band verliebt sich in das Land des Lächelns und Freddie wird zu einem Sammler japanischer Kunst und Antiquitäten.

Zu dieser Zeit befindet sich die zwischen den vielen Terminen aufgenommene LP "Sheer Heart Attack" in den Charts aller europäischen Ländern. Außerdem wird "Killer Queen" ihr erster Single-Erfolg in der USA und erreicht Platz 12 in den Charts und Platz 2 in England. Das ist natürlich der richtige Zeitpunkt, um mit der Arbeit einer neuen LP zu beginnen. Während der Aufnahmen kommt es zu Schwierigkeiten mit Trident. Ihre Platten verkaufen sich nun sehr gut, ihr Manager Jack Nelson kauft sich seinen zweiten Rolls Royce, aber sie selbst verdienen nur 150 Pfund die Woche. Außerdem kursieren Trennungsgerüchte. In Wahrheit aber trennen sich Queen mit Hilfe eines jungen Anwalts namens Jim Beach von ihrem bisherigen Manager Jack Nelson. Ihr neuer Manager ist ab sofort John Reid, der auch Elton John betreut.

 

                                                                            
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