Durch Nina
Fünf Jahre nach diesem Foto im Hendrix-Stil kam Freddie Mercury - Freddie, das Chamäleon, Freddie, der schon jetzt großformatige Fantasiekünstler - erstmals in mein Leben. Damals, als junger, unsicherer Teenager in Nordirland, der nur eines genau wusste: Dass das Leben sich woanders abspielt, war ich mit Leib und Seele nicht der Pop-Musik, sondern der Rock-Musik verschrieben. Damals war das ein gewaltiger Unterschied: Pop-Musik war Sweet und Mud und David Cassidy. Rock-Musik waren die mächtigen Led Zeppelin und Roxy Music und David Bowie. Pop war Singles; Rock was LPs. Pop war Jimmy Saville in 'Top of the Pops', eine Sendung, die ich trotzdem religiös jede Woche sah, weil vielleicht Bowie oder Roxy, aber niemals die großen Zepps, auftreten würden; Rock war "Whispering" Bob Harris und The Old Grey Whistle Test, Sendungen, in denen Bowie und Roxy und eine Fülle noch exotischerer Gruppen mit fast alarmierender Regelmäßigkeit erschienen.
Jeden Dienstagabend lief ich also zu einem Nachbarn hinüber, um 'The Old Grey Whistle Test' auf BBC2 zu sehen, ein relativ neuer Sender, der bei mir zu Hause noch nicht ausgestrahlt wurde. Besonders gut erinnere ich mich daran, wie ernst "Whispering" Bob seine Rolle als Verfechter der "echten Rockmusik" nahm; wie er - einem leicht bekifften Akademiker gleich - die Stammbäume, LPs und Live-Auftritte der Bands in gedämpftem Flüsterton abspulte, als würde er geheimes, heiliges Wissen weitergeben. Was auf eine Weise auch tatsächlich der Fall war. Darüber hinaus erinnere ich mich an die merkwürdigen Cartoons, die zur Untermalung bestimmter, gewöhnlich brandneuer Stücke dienten - dies war natürlich noch die Vor-Video-Ära. Später fand ich heraus, dass diese Cartoons in ganz Großbritannien und Nordirland von bekifften Rock-Fans eifrig verfolgt wurden - eine Art geheimer Club kichernder 'Whistle Test'-Liebhaber, die die kryptischen, zen-artigen Ansagen von "Whispering" Bob und die eigenartigen, abstrakten Zeichentrickfiguren ebenso liebten wie die Musik. Einmal, es muss im Jahre 1973 gewesen sein, stammte das Stück, das den Cartoon begleitete, von einer unbekannten Gruppe namens Queen. Es hieß, wie "Whispering" Bob uns mit großem Ernst mitteilte, Keep Yourself Alive. Wie der Titel bereits andeutet, war es ein schnelles, fast fiebriges Stück, das jedoch über eine gewisse Geschmeidigkeit verfügte und das Gefühl vermittelte, dass man an dem Song gearbeitet hatte, dass er geformt, geglättet und poliert worden war. Wie wir heute sehen, war es nebenbei auch als eine Art Absichtserklärung zu verstehen.
Das nächste, was ich von Queen hörte, war ein Lied namens Seven Seas Of Rhye vom 1974er Album Queen II. Ich war verwirrt. Rückblickend verstehe ich auch warum. Einfach gesagt: Es hörte sich an wie eine vollkommen andere Gruppe. Cliff Jones, Gelegenheits-Rockjournalist und Bandleader einer zeitgenössischen Glam-Pop-Gruppe namens 'Gay Dad', an denen Freddie zumindest der Name gut gefallen hätte, sagt: "Die Texte gehen auf Freddies Tolkien-Obsession zurück." In der Zeitschrift Mojo schrieb er im August 1999, als Queen auf dem Cover abgebildet war: "Spielen Sie das Stück im Vergleich zu Never Mind The Bollocks (von den Sex Pistols) - es wird Sie überzeugen. Auch wenn Freddie einen schwarzen Overall mit diamantenbesetzten Handschuhen trug, war dies im wesentlichen eine Punk-Nummer, eine hochtourige Darbietung, die die ganze Teenage-Aggression enthält, die eine gute Platte braucht. Leute, die sagen, Queen seien Pomp-Rocker, haben keine Ahnung - Queen lässt jede Mitläufer-Punk-Band glatt links liegen."
Ehrlich gesagt waren die vier Mitglieder von Queen - Freddie, Schlagzeuger Roger Taylor, Gitarrist Brian May und Bassist John Deacon - damals nicht sicher, was sie eigentlich wollten, und schienen mit allen Musikrichtungen von Pomp bis Proto-Punk zu experimentieren, um herauszufinden, worin sie am besten waren, wo sie hineinpassten. Später würden sie natürlich herausfinden, dass sie - wie alle großen Pop-Bands - überhaupt nirgends hineinpassten. Diese Tatsache muss ihnen ungefähr zeitgleich mit der Veröffentlichung ihrer nächsten Single, Killer Queen, gedämmert haben, die meiner Meinung nach die erste, echte Queen-Platte ist: eine Single, die eine definitive und - im nachhinein - sofort erkennbare Signatur hat. Diese Platte, ein Mini-Magnum-Opus, falls es sowas gibt, war noch durchgestylter und glatter als ihre Vorgänger und weniger frenetisch. Sie war auch ehrgeiziger. Freddie behauptete, den Text "in einer Nacht" geschrieben zu haben, aber dennoch hört sich der Song ungeheuer hart erarbeitet an - vielleicht aufgrund seiner recht vielschichtigen lyrischen und musikalischen Struktur, bei der die Melodie wie angegossen zum Text passt. Das erste, was mir auffiel, war der Text, dessen Grundaussage am besten durch das Eröffnungsquartett ausgedrückt wird:
"She keeps Moet et Chandon
In her pretty cabinet
Let them eat cake' she says
Just like Marie Antoinette..."
Also nicht gerade das normale Thema einer Rock-and-Roll-Platte, wenngleich sowhl Mick Jagger als auch Bryan Ferry ungefähr zur selben Zeit beide auf sehr unterschiedliche Art einer Textform frönten, die als Nobel- oder Posh-Rock-Texte bezeichnet werden könnte. Ich war stets davon ausgegangen, dass es in Killer Queen um einen hochklassigen Transvestiten ging, und dass es sich bei der "Queen" des Songtitels um einen Transvestiten handelte und nicht um eine königliche Queen. Stattdessen ging es jedoch, wie Freddie später etwas widerwillig zugab, "um ein hochklassiges Callgirl". Zweifellos selbstironisch fügte er hinzu: "Damit versuche ich zu sagen, dass auch kultivierte Leute Huren sein können". Nachdem man den ansprucksvollen Text kapiert hatte, musste man Freddies maniriert-Schwule, opernhafte Vortragsweise - teils Gilbert & Sullivan-Operette, teils männliche Diva - verarbeiten, die ein Vorbote dessen war, was die Zukunft bringen sollte. Schließlich gab es in und um die Wörter gewobene, mehrspurige Stimmharmonien, und Brian Mays harmonische Gitarreninterpretation, die von diesem Augenblick an ein konstantes und eindeutiges Merkmal aller nachfolgenden Queen-Hits werden sollten. Mit Killer Queen hatte die Gruppe ihren ureigenen Sound entwickelt. Ein Sound, der werder ganz Prog-Rock war, obwohl er erkennbare Spuren dieses überbewerteten Genre aufwies, noch ganz Glam-Rock, obwohl er sich um denselben Themengegenstand bewegte und mit denselben Federn und Pailletten schmückte. Damals trug Freddie hauptsächlich Satin und Seide, mit blutrot oder tiefschwarz gelackten Fingernägeln. Er sah exotisch, gelegentlich sogar etwas bedrohlich aus, wie er auf der Bühne auf- und abstolzierte als gelte es, ein Territorium abzustecken und sein eigen zu machen.
Ich muss hier an dieser Stelle gestehen, dass meine Teenagerjahre sich nicht vor einem Queen-Soundtrack abgespielt haben. Vielmehr war mein Leben als Jugendlicher von Bands wie Led Zeppelin oder Roxy Music beherrscht. Ich bin auch nie wie bei den anderen beiden Gruppen losgerannt und habe noch am Tag der Veröffentlichung ihre Singles und LPs gekauft. Nein, die Songs von Queen waren irgendwie einfach immer da: im Radio, in der Disko, im Hintergrund auf Parties. Ich mochte sie, aber ehrlich gesagt war mir ein roher, ursprünglicherer Rock-Sound lieber. Durch die Zeitschrift NME hatte ich einige noch exotischere und merkwürdigere Gruppen entdeckt, wie die New York Dolls und Iggy&The Stooges, Bewohner der musikalischen Halbwelt des Big Apple. Ohne es zu wissen, wartete ich auf Punk. Und Punk kam pünktlich 1976.
Im selben Jahr, doch in einem gänzlich anderen Pop-Universum, schaffte auch Queen den Durchbruch. Punk kam und ging in Windeseile und beeinflusste jede nachfolgende neue Musikrichtung; Queen hingegen, von Fähigkeit und Einstellung her eine Vor-Punk-Gruppe, blieb am Ball und hat der Punk-Revolution und jeder anderen nachfolgenden Veränderung in der Musik- und Pop-Kultur standgehalten. (Queen ist jedoch Gegenstand einer Fußnote in der Punk-Geschichte: Es war Queens plötzlicher Rückzug aus der von Bill Grundy moderierten Fernsehshow 'Today', die dazu führte, dass die Sex Pistols auftraten und im echten Punk-Stil mit Flüchen und allgemein unausstehlichem Benehmen in das öffentliche Bewusstsein platzten.)
Wie bereits gesagt war der Punkt, an dem Queen ihre Reise in die Pop-Stratosphäre und in unser kollektives Bewusstsein begann, Bohemian Rhapsody. Danach war nie wieder etwas wie früher. Rückblickend wird klar, dass dieser Song auf seine Weise so bedeutungsvoll als Single war wie Anarchy In The UK von den Sex Pistols, insofern es einen bestimmten Moment in der Popkultur darstellt, ab dem es kein Zurück mehr gab. Von nun an war man entweder auf der Seite von Queen - fest angeschnallt für die ganze, lange, holprige Fahrt - oder man sprang aus dem Notausstieg in der Hoffnung auf eine unsichere Landung auf dem Planeten Punk. Ich, lieber Leser, gehörte zu den Letzteren. Ab Bohemian Rhapsody im Jahr 1975 bis zum Video von I Want To Break Free im Jahr 1984, als mir plötzlich klar wurde, wie irre und subversiv Freddie Mercury sein konnte, hatte ich versucht, Queen und ihre Musik aus meinem Pop-Leben zu verbannen. Ich definierte mich selbst eindeutig als gegen alles, was Queen meiner Meinung nach verkörperte. Und natürlich wurden sie einfach immer größer und größer, unumgänglicher, unentrinnbar.
Queen hat die Welt erobert, aber nie die Pop-Presse. Das war ihr Schicksal in der Popkultur: stets populär, aber nie richtig "in". "Wie wurden nie von den Kritikern gelobt", sinnierte Roger Taylor in Mojo, "was meiner Meinung nach ziemlich wichtig zu werden schien schien, je mehr man von den Kritikern gelobt wurde, um so sicherer konnte man mit Misserfolg rechnen". Von Anfang an war Misserfolg kein Wort, das bei Queen eine große Rolle spielte. "Wie wollten ganz nach oben, mit weniger hätten wir uns nicht zufrieden gegeben," erinnerte sich Freddie Jahre später. "Wir wollten die Besten sein. Es ging nicht darum, die Welt zu beherrschen, obwohl das vielleicht manchmal so rüber kam... Arroganz ist etwas sehr Positives, wenn man sich in diesem Business behaupten will. Man sagt einfach, dass man die Nummer 1 sein wird, nicht Nummer 2, hofft aufs Beste und strebt nach oben." Sie verschwendeten auch keinen weiteren Gedanken mehr an das Hineinpassen-Wollen. Dabei darf man nicht vergessen, dass Queen sich in den 70er Jahren aus den wichtigsten Umfeldern der Pop-Kultur heraus entwickelt hat, ohne jedoch jemals wirklich teil davon gewesen zu sein. Die Gruppe entstand, als Prog-Rock und Glam-Rock die vorherrschenden Formen waren, passten jedoch in keine dieser beiden Kategorien. Ihr Durchbruch kam Mitte bis Ende der 70er Jahre, als Punk gerade gegen alles Große und Bombastische anstänkerte und als die Art von Musik, die Queen machte - episch, aufgeblasen, breitwand - eigentlich hätte verkümmern und sterben sollen.
Anfang bis Mitte der 80er Jahre wuchsen sie weiter. Sie mutierten zu einer Stadionrockband, die durch Exzesse und epische Ambitionen gekennzeichnet war, und ignorierten ungeniert die Tatsache, dass sie weiterhin nicht "in" waren. Während ernsthafte Rock-Studenten zur klimpernden Gitarre und zum einsamen Solipsismus der Smiths und deren Nachahmer im Takt mit dem Kopf nickten, stolzierte Queen laut und stolz und unverfroren auf der Bühne umher - wie auf einem anderen Planeten. Kurz, Queen war die Rockband, die die Welt gänzlich nach ihren eigenen Regeln regierte. Ihr Album von 1975, A Night At The Opera, blieb ein Jahr lang in den britischen Charts und erreichte Nummer 4 in Amerika. Das Nachfolgealbum, A Day At The Races, schaffte es auf dem Höhepunkt der Punkbewegung bis zur Spitze der Charts in England - wie ein verächtliches Schnauben in Richtung Johnny Rotten und Co. Und so ging es weiter: Die Doppel-A-Seiten-Single von 1977 We Are The Champions/We Will Rock You, sagte nicht nur alles, sondern sagte es auch, wie gehabt, laut und klar und mitten ins Gesicht. Das gleiche galt für das hymnenhafte Radio Ga GaFat Bottomed Girls/Bicycle Race, deren zugehöriges Video kaum irgendwelche Anspielungen des Songs unerschlossen lässt. Als Queen acht Konzerte in Sun City, Botswana, gab - einer ihrer wenigen schlechten PR-Ideen - und daraufhin auf die kulturelle schwarze Liste der Vereinten Nationen kam, wurde sie zur Rockband, die von der Pop-Presse und der Linkern gleichermaßen gehasst wurde. Unberührt von Vorwürfen gegen Schwulst, eklatanten Sexismus und politischer Verantwortungslosigkeit machten sie ganz einfach immer weiter.
Die Musikpresse brachte unzählige Geschichten über Queens - und Freddies - Exzesse in den 80er Jahren. Wir wurden nie zu Queens Albumveröffentlichungen oder Parties eingeladen - Freddie hasste die Musikpresse im allgemeinen und die Zeitschrift NME, für die ich damals arbeitete, im besonderen, seitdem ein Artikel mit der Überschrift "Ist dieser Mann ein Trottel" über ihn veröffentlicht wurde. Aber wir hörten trotzdem alle Geschichten - von champagner-servierenden Oben-Ohne- (und sogar Unten-Ohne-)Kellnerinnen, von lesbischen Doppelakten zur Unterhaltung des engsten Freundeskreises, von Transvestiten, Drag-Queens und Liliputanern mit kahlgeschorenen Köpfen, von denen feinstes kolumbianisches Kokain geschnieft wurde. (Obwohl diese Geschichte von allen lebhaft bestritten wird, ist sie zusammen mit anderen immer wieder publizierten Ausschweifungen der Stones und Led Zeppelin ins Reich der Rock-and-Roll-Anekdoten eingegangen.) Diana Mosley, die eine Zeitlang als Stylistin für Queen arbeitete, bekräftigte: "Queen wusste wirklich, wie man eine Party gibt." 1978 feierte die Band die Herausgabe ihres Jazz-Albums mit einem ganznächtlichen Baccanal in New Orleans, mit der Crème-de-la-Crème der Stripper und Transvestiten der Stadt, und Merkwürdigkeiten aller Art, wie z.B. sexuelle Schlangenmenschen und einem Typen, der unter einem Haufen gehackter Leber umhertobte! "Es war absichtlich exzessiv", erinnerte sich Brian May Jahre später, "zum Teil zu unserem eigenen Vergnügen, zum Teil für unsere Freunde... und zum Teil..." (und man hat das Gefühl, dass er hier die Wahrheit sagt) "... einfach nur so aus Jux."
Und dennoch wuchs und mutierte Queen immer weiter und eroberte kommerziell alles, was vor ihr lag. Rock in Rio 1985, Live Aid später im selben Jahr, und Knebworth 1986 wurden zu den drei Live-Shows, die ihre außergewöhnliche und uneinnehmbare Position als größte Show-Nummer der 80er Jahre verdeutlichten. Bei Rock in Rio kam praktisch die ganze Stadt zum Stillstand; mit Live Aid eroberten sie mit einem siebzehnminütigen, nahtlosen Hit-Medley, der dem Rest der Weltelite der Popmusik die Show stahl, buchstäblich die Welt; Knebworth war ihr letztes Live-Konzert, eine spektakuläre Heimkehr vor einer viertel Million Menschen auf einer sage-und-schreibe sechshundert Quadratmeter großen Bühne.
Manchmal jedoch stolperte Queen auch auf dem Weg. Vor Live Aid, auf LPs wie Jazz aus dem Jahr 1978 und Hot Space aus dem Jahr 1982 schienen sie verloren, wie eine Band, die nur pro forma und mechanisch spielt. Während der Aufzeichnung von The Game in München 1980 trugen sie erbitterte Kämpfe aus - über der Band und sogar über Tantiemen. "Wir haben alle mehr als einmal versucht, aus der Band auszusteigen", gab Brian May später zu. "Doch dann lief es immer darauf hinaus, dass die Band größer war als irgend ein Einzelner von uns. Sie war", fügte er fast reuevoll hinzu, "dauerhafter als die meisten unserer Ehen!" Im Grunde genommen war die Motivation, die die Bandmitglieder so lange genährt hatte, verflogen. Sie hatten erreicht, was sie sich vorgenommen hatten und fühlten sich nun verbraucht und antriebslos. Ihr Erfolg, ihre Größe bedeuteten nichts mehr, sie waren blasé geworden. Live Aid jedoch änderte all das. "Sie waren absolut die beste Band des Tages", begeisterte sich der Veranstalter, Bob Geldof, "Sie spielten am besten, hatten den besten Sound, nutzten ihre Zeit optimal. Sie hatten die Idee voll verstanden - das Konzert als weltweiter Musikautomat. Sie haben einfach einen Hit nach dem anderen hingelegt. Es war die perfekte Bühne für Freddie: Die ganze Welt."
Und an diesem Tag im Juli 1985 war Freddie Mercury in der Tat die Hauptperson, das Kernstück, der große Entertainer. Selbst ohne seine Kulissen, seine üppigen Bühnendesigns und seine extravaganten Kostüme strahlte Freddie Mercury heller als der Rest. (Sein Auftritt bei Live Aid trug mit dazu bei, dass er zusammen mit Persönlichkeiten wie Charlie Chaplin offiziell zum Milleniumsymbol der britischen Post gewählt wurde. Freddie Mercurys Bild erschien also auf einer Briefmarke, die vom Popkünstler Peter Blake entworfen worden war - dem Mann, der das berühmteste LP-Cover aller Zeiten geschaffen hatte, Seargant Peppers von den Beatles. "Außer Live Aid war ich noch nie auf einem Queen-Konzert gewesen", sagt Blake, "aber ich habe die enorme Wechselwirkung zwischen der Gruppe und dem Publikum gespürt, und genau das wollte ich einfangen. Die obere Hälfte der Briefmarke stellt die Momentaufnahme einer riesigen Konzertleinwand dar, und der untere Teil soll denselben Moment in der Live-Darbietung ausdrücken. Diesen facettenreichen Aspekt wollte ich einfangen. Ich habe versucht, den Geist von Live Aid einzufangen, wo meiner Meinung nach Queens Karriere wieder neu gegründet wurde." Übrigens ist Roger Taylor, der direkt hinter Freddie am Schlagzeug zu sehen ist, außer Mitgliedern des Königshauses der erste lebende Engländer, der auf einer Briefmarke abgebildet ist.) inklusive des Videos, das - unbewusst oder nicht - Parallelen zwischen Grandiosität von Stadionrockkonzerten und Versammlungen im Dritten Reich zog. Die Bandmitglieder gingen ins Steuerexil. Sie veröffentlichten eine Single namens
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